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Ist das noch zu toppen?

Details

Ist das noch zu toppen?

Interview: Starke Saison der SG Ottersheim - Gerhard Scheurer hebt nicht ab

(Quelle: Rheinpfalz)

Bei der SG Ottersheim/Bellheim/Zeiskam sorgten die Damen mit dem Oberliga-Klassenerhalt, die Herren mit der Pfalzliga-Vizemeisterschaft und die weibliche B-Jugend mit dem Einzug in das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft für Begeisterung bei ihren Anhängern. Darüber und über die Zukunftsaussichten der Spielgemeinschaft unterhielt sich unser Mitarbeiter Mathias Meyer mit Spielleiter Gerhard Scheurer.

Herr Scheurer, ist diese Runde für so einen relativ kleinen Verein eigentlich noch zu toppen?

Eigentlich kann man die Ergebnisse nur noch bestätigen. Das DM-Viertelfinale war sicherlich einmalig. Jetzt wird es in der A-Jugend im ersten Jahr schwer für die Mannschaft. Wegen der Strukturreform im Deutschen Handball-Bund ist es dann fraglich, ob in der übernächsten Saison nochmals um eine DM gespielt wird. Der Oberliga-Klassenerhalt der Damen war noch höher zu bewerten als der Aufstieg. Wir werden versuchen, in der kommenden Runde nochmals die Klasse zu halten. Der zweite Platz unserer Männer war eine Überraschung, die auch dadurch zustande kam, dass wir einen guten Start hatten und über die komplette Runde von Verletzungen verschont geblieben sind.

Hat die Herren-Mannschaft das Potenzial, um den Oberliga-Aufstieg zu schaffen?

Ich glaube, wir brauchen noch ein Jahr, um die Basis zu schaffen. Unsere junge Mannschaft hat ja auch einige Spiele überraschend abgegeben, weil es an Erfahrung fehlte. Die Mannschaft bleibt zusammen und muss zeigen, ob sie in der Lage ist, diese Leistung zu bestätigen und zu verbessern.

Mit Jan Greichgauer kommt ein beim TV Offenbach geschulter Spieler. Macht er den Unterschied?

Als Kreisläufer hat Jan diesen spielbestimmenden Einfluss nicht. Da muss Stefan Job taktisch dazulernen. Diese Rolle könnte aber auch Thorsten Morio, der Oberliga-Erfahrung besitzt, ausfüllen.

Trainer Steffen Drausnigg kam aus Baden. Glauben sie nicht, dass es ihn wieder dorthin zieht?

Er ist beruflich stark eingebunden und macht gerade seinen A-Schein. Wir wollen in diesem Bereich Kontinuität und er fühlt sich hier sehr wohl. Wir haben mit Steffen den richtigen Mann.

Sind Sie es Ihrem Publikum nicht schuldig, schnellstens in die Oberliga aufzusteigen?

Noch sind wir nicht so weit. Wir müssen erst die Basis legen. Wären wir Meister geworden, hätte uns Bodenheim in der Aufstiegsrelegation sicher die Grenzen aufgezeigt. Noch sind wir zu jung und nicht erfahren genug.

Im Damenbereich lief es nicht immer rund. Nach der Hinserie ging Damen-Trainer  Jochen  Hilsendegen. Es soll Spannungen mit der Mannschaft gegeben haben. Jetzt wird er Trainer der weiblichen A-Jugend?

Das ist eine ganz andere Situation.  Jochen musste im Aufstiegsjahr einen großen Umbruch vollziehen und hat einen Systemwechsel vorgenommen. Katja Brill konnte auf seiner Arbeit aufbauen und sie mit ihren Erfahrungen erweitern. Unter  Jochen haben sich die Spielerinnen weiterentwickelt. Er hat auch Anteil an der guten Rückrunde. Die zuvor erfolgsgewohnte Mannschaft hatte Probleme, die ersten Niederlagen zu verkraften, dann kam sie mit dem Druck nicht zurecht.

Warum gehen der bisherige B-Jugend-Trainer Joachim Benz und die SG OBZ getrennte Wege?

Joachim hat Termine verstreichen lassen und wollte sich nicht festlegen. Dann hat sich Wolfgang Frey mit Spielerinnen und Eltern unterhalten. Weil Joachim Benz die Mannschaft schon so lange betreut hatte und einige Verschleißerscheinungen auftraten, kam man zu der Entscheidung.

 Jochen  Hilsendegen wurde aber vorgeworfen, nicht auf die Jugend zu setzen?

Das stimmt so nicht. Wir hatten eine Fördergruppe gebildet, die am Training der ersten Mannschaft teilnahm. Einige Spielerinnen kamen aber nicht oder nur unregelmäßig. Julia Sefrin war beispielsweise immer da und kam auch unter Jochen zu Einsatzzeiten in der Oberliga-Mannschaft.  Jochen hat viele unserer Spieler geformt. Er hatte aber andere Auffassungen als Jo Benz. Man muss als Handballer verschiedene Spielauffassungen und Systeme kennen lernen, um sich weiter zu entwickeln.

Unter Katja Brill hat die Mannschaft in der Rückrunde geglänzt. Wird sie weiter auf die Jugendspielerinnen setzen können?

Es soll im Einklang mit  Jochen  Hilsendegen geschehen. Für die Spielerinnen ist es gut, wenn sie am Wochenende zweimal gefordert werden. Prioritäten werden je nach Situation besprochen und festgelegt. Natürlich wollen wir uns in der Oberliga etablieren. Mit unserem Potenzial gehören wir dorthin.

Jana Benz wird mit einem Mainzer Klub in Verbindung gebracht. Was wissen Sie darüber?

Wenn eine Spielerin mit dem Potenzial die Möglichkeit hat, hochklassig zu spielen, dann können wir nichts machen und legen ihr auch keine Steine in den Weg. Offiziell gehört habe ich aber noch nichts.

Ihr Abgang wäre aber ein großer Verlust...

... Jana ist eine sehr gute Spielerin, die gute Rückrunde mache ich aber nicht an ihr alleine fest. Sie kam in die Mannschaft, als diese nach der Übernahme durch Katja Brill befreit war, und hatte keinen Druck. Es würde uns schwerfallen, den Verlust zu kompensieren, aber das ist uns bei den Männern nach Steven Job ja auch gelungen. Man kann das auf mehrere Schultern verteilen. Anna Humbert, die nach ihrem Kreuzbandriss zurückkehrt, wird in der Abwehr wieder eine wichtige Rolle spielen
 

   
© SG Ottersheim-Bellheim-Zeiskam